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Die Ausstellung ist Teil des Europäischen
Monats der Fotografie in Wien - Paris - Berlin
"Es gibt eine persönliche Identität, aufgrund derer
man der Gruppenidentität Widerstand leistet. Dieser Widerstand
ist der Preis,den man zahlt, um bei Verstand zu bleiben.
Nicht, weil man eben auch eine Gruppenidentität hat, sondern
weil es derer viele gibt und man bestrebt ist, sie in ein harmonisches
Verhältnis zu bringen und Dauerkonflikte
zu vermeiden. Diese verschiedenen Gruppenidentitäten und die
persönliche Identität stehen dennoch unweigerlich miteinander
in einem permanenten Spannungsverhältnis...
auf jeden Fall muss der Konflikt, in den man dadurch
gelegentlich gerät - sei es mit den Anderen oder mit sich selbst - ständig
in Grenzen gehalten werden...
Der Mechanismus,
mit dem der Vater der Nation ( oder der politische oder religiöse
Führer ) diese neue Gruppenidentität schafft, heisst
Ausgrenzung des Anderen, des Andersartigen.
...Die
Identität des westlichen Subjekts beruht auf der gemeinsamen
Zugehörigkeit von Individuen zu einem Kollektiv. Die Ausgrenzung
( Unterdrückung, Auslöschung ) des Anderen
ist also kein zufälliger Nebeneffekt. Das Subjekt konstituiert
sich aus der Identifikation mit einer höheren Instanz, beispielweise
mit der Nation, wodurch es seine Individualität
aufgibt.
...Die neue ( kollektive ) Identität entsteht durch
das Negieren all jener, die an ihren äusseren Rand gedrängt
wurden, die also nicht dem vorgegebenen dominanten
Modell entsprechen. Was negiert wird, ist unser Ursprung im Anderen
und mit den Anderen, stattdessen wird dieIdentität aus dem
Anspruch auf die Entstehung aus dem Selben,
dem Einen abgeleitet." Rada Ivekovic ( aus: Das weibliche
Subjekt ) SONJA GANGL: Zensurstreifen verdecken
normalerweise das, was nicht gesehen werden soll, streichen Textzeilen
oder -blöcke
durch oder lassen die Identität
einer Person im Unklaren. Verdoppelt und auf den oberen- und unteren
Rand des Bildes gerückt, erkennen wir den Apparat des Filmes
wieder. In schwarze Blöcke
gerahmt, werden uns Bilder präsentiert."
HANS GLASER zeigt in dieser 2003 -04 entstandenen
Serie Autoreflexionen mit Hilfe von eigenen s/w Portraits, welche
sich dann die jeweiligen
Identifikations-
figuren gleichsam als Spiegelbild des Künstlers vor das eigene
Gesicht halten. Ich bin der/die andere. G.R.A.M.: Ausgangsmaterial für
die "Widergänger",
2003, waren grossformatige s/w Fotos, die auf dem FKK-Gelände
eines Freizeitzentrums südlich von Graz aus einiger
Entfernung mit einem extremen Teleobjektiv aufgenommen wurden.
Durch die Unschärfe verlieren die Abgebildeten aber ihre wahre
Identität
und erinnern etwa an rare
Aufnahmen einer letzten, überlebenden menschlichen Spezies.
Die Heliogravur-Technik vertsärkt zudem noch die fast vollständige
Unlesbarkeit der Bildinhalte.
EDGAR HONETSCHLÄGER beschreitet
mit Tokyo, feet - wien 2004 eine weitere sehr persönliche Bestandsaufnahme
und Auseinandersetzung mit seiner "zweiten Heimat"
Japan bzw.Tokyo. Die Serie besteht aus zwei unterschiedlichen Teilen.
Zum einen ist das eine Digitalaufnahme eines Posters, der einen
Ausschnitt aus
dem Betondschungel Tokyos zeigt - eine Begegnung von Oberfläche
und grober Pixelaufrasterung. Der zweite Teil dieser Heliogravuren
gibt ausschnitthaft einen mit
einer analogen Kamera aufgenommenen, detaillierten close-up Bericht
des matsuri-Sommerfestes, im Zuge dessen Büroangestellte in
traditionellen Gewändern
shintoistische Götter in kostbaren Schreinen, laut schreiend
durch die Strassen Tokyos tragen.
FRENZI RIGLINGs vielschichtige archivarische
wie dokumentatorische Arbeiten, Sammlungen und Aufzeichnungen sind
Prozessdemonstrationen:
Grunderfahrungen
einer Benutzerin mit sich selbst, ihren Vorstellungen, ihrer Familie
und verschiedensten ( damit korrelierten ) Gegenständen des
täglichen Bedarfs. Erfahrungen, die
bei der Ich-Findung, der Selbst-Definition,der Selbsterweiterung,
der Selbstproduktion oder der Bewusstseinsbildung helfen. |