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Heidrun Widmoser


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" ... Es ist Kunst in einem - jetzt sag ich das Trendige Wort , aber ich glaube da paßt es - Kunst in einem postmodernen Sinn . - Keine Analyse mehr , keine Problematisierung , keine Wissenschaft . Sondern ganz einfach der Versuch , die Welt unvoreingenommen zu akzeptieren .Begreifen ohne Verstehen zu müssen . Und das ist Abstraktion . Auch wenn Sie glauben , etwas erkannnt zu haben . Da können Sie sicher sein : Sie täuschen sich!..." Martin Praska , 2000

Heidrun Widmoser gehört zu den wenigen zeitgenössischen Künstlerinnen , die eine bestimmte realistische Tradition wieder aufgegriffen haben , die etwa Fotomalerei zu nennnen ist . Ausgangspunkt sind eilig geknipste Aufnahmen gewöhnlicher Dinge , Normalfotos von Ansammlungen beliebiger häuslicher Objekte kurz vor oder nach ihrem Gebrauch im Alltag : eine Zigarettenschachtel hinter einem fast leeren Weinglas ; verschiedenen Marken von Putzmittel ; ein Teekessel , eine Zuckerschale , beide unscharf ; eine Topfpflanze ; ein Gals Wasser etc. Ohne weiteres läßt sich behaupten , daß diese Fotos ( im Gegensatz zu künstlerische Fotografie , die kontextgebunden und nicht denotativ ist ) sich einem ideelen ästhetischen Nullpunkt nähern . Daß jede dieser Ansichten eine Art visuellen Mehrwert birgt , der umso bedeutender zu werden scheint , je unverrätselter und anspruchsloser Ausschnitt und Objekt ihrer Auswahl wirken , liegt somit an einer summarischen Komponente . Ein Motiv steht für die ausgesparte Überfülle anderer gleichwertiger Motive. Das hierfürFotografien die Grundlage bilden , die dem Motiv nach als unverdächtige Stilleben auftreten , ist von der Künstlerin sowohl ironisch als auch reflexiv - nun , ein der Optik entliehener Terminus - intentiert . Reflexiev ist diese Arbeit in dem Sinne , als hier deutlich wird , daß schon längst eine " zweite Wirklichkeit " der Bilder unser Verhältnis zur Natur bestimmt , sich die sogenannte Realität zunehmend als mediale Konstruktion erweist. Das diese ( sogar ziemlich privat scheinende ) vermittelte Natur in gradezu klassischen Stilleben und in " Öl auf Leinen " auftaucht ist jener Haltung leiser Ironie zuzurechnen , die für die Persönlichkeit der Künstlerin charakteristisch ist . Ich fasse als Bonus dei beträchtliche Qualität der Malerei von Heidrun Widmoser auf , abseits absoluter Bildformulierungen jener Stelle einzunehmen an der sich der Unterschied zwischen realistisch ( bezüglich fotografischer Mimesis ) und abstrakt ( in der Eigenweltlichkeit der Darstellungsweise ) in fließendem Verlauf verwischt . Georg Janik , 1997