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Margit Aschenwald

Innerst

  GALERIE PEITHNER LICHTENFELS
 16.05. - 11.06. 2003

 

Eröffnung: Donnerstag, 15. Mai 2003, 19.00 Uhr


Die Malerei von Margit Aschenwald ist eingelassen in die Lebenswelt, von der sie erzählt. Die Künstlerin stellt sich nicht außerhalb. Sie ist - auch im Leben - der tätige Mittelpunkt der Bande der Arbeit, der Sorgfalt und der Liebe, die diese Welt zusammenhalten.

Voll Sympathie schildert sie die Gemeinschaft der Kreaturen, von Mensch, Tier, Pflanze, Landschaft: alles ist geschaffen und hat seinen Sinn nicht nur im Gebrauchs- und Tauschwert. Der Sinn ist der Reichtum an Welt. Daß es nicht bloß eine kleine privatistische Welt ist, an deren Grenzen die Gewalt hockt, schafft das Vertrauen: ein Gefühl von Heimat.

Die Zärtlichkeit der Malerin (Chryseldis Hofer-Mitterer hat sie eine "liebende Zauberin" genannt) ist nicht lebensfremd. Heute wird das Schwein geherzt, morgen gemalt, übermorgen gegessen. Die Kreatur ist nicht Zierat. Die Teilhabe, aus der diese Malerei entsteht, zeigt uns, wie sich das fühlt, wenn der Baum blüht, das Schwein geschlachtet wird, Menschen miteinander lustig oder ernst werden.

Das ist intelligent und einprägsam gestaltet. Als hätte sie in vielen Jahren, in denen sie noch nicht gemalt hat, ihre Eindrücke immer schon in Bilder übersetzt und in der Vorstellung weiterbearbeitet, sodaß sie sie jetzt einfach aus dem dunklen Schacht des Inneren hervorziehen kann.

Doch in dem alten Haus , in dem sie lebt, hängen ein paar ziemlich gute Bilder von sehr guten Künstlern, die Margit und ihr Mann, der Schriftsteller Hans Aschenwald, über die Jahre gesammelt haben.

Hinter der spontanen Kraft ihrer Bildideen und ihrem kompositorischen Erfindungsreichtum steht eine lange und nicht unkritische Auseinandersetzung mit der Malerei und deren artifiziellen Möglichkeiten. Sie ist nicht nur eine liebende, sondern auch eine wissende Zauberin.

Leander Kaiser