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Die Malerei von Margit Aschenwald ist eingelassen in die Lebenswelt,
von der sie erzählt. Die Künstlerin stellt sich nicht
außerhalb. Sie ist - auch im Leben - der tätige Mittelpunkt
der Bande der Arbeit, der Sorgfalt und der Liebe, die diese Welt
zusammenhalten.
Voll Sympathie schildert sie die Gemeinschaft der
Kreaturen, von Mensch, Tier, Pflanze, Landschaft: alles ist geschaffen
und hat
seinen Sinn nicht nur im Gebrauchs- und Tauschwert. Der Sinn ist
der Reichtum an Welt. Daß es nicht bloß eine kleine
privatistische Welt ist, an deren Grenzen die Gewalt hockt, schafft
das Vertrauen: ein Gefühl von Heimat.
Die Zärtlichkeit der Malerin (Chryseldis Hofer-Mitterer hat
sie eine "liebende Zauberin" genannt) ist nicht lebensfremd.
Heute wird das Schwein geherzt, morgen gemalt, übermorgen
gegessen. Die Kreatur ist nicht Zierat. Die Teilhabe, aus der diese
Malerei entsteht, zeigt uns, wie sich das fühlt, wenn der
Baum blüht, das Schwein geschlachtet wird, Menschen miteinander
lustig oder ernst werden.
Das ist intelligent und einprägsam gestaltet. Als hätte
sie in vielen Jahren, in denen sie noch nicht gemalt hat, ihre
Eindrücke immer schon in Bilder übersetzt und in der
Vorstellung weiterbearbeitet, sodaß sie sie jetzt einfach
aus dem dunklen Schacht des Inneren hervorziehen kann.
Doch in dem alten Haus , in dem sie lebt, hängen ein paar
ziemlich gute Bilder von sehr guten Künstlern, die Margit
und ihr Mann, der Schriftsteller Hans Aschenwald, über die
Jahre gesammelt haben.
Hinter der spontanen Kraft ihrer Bildideen und ihrem
kompositorischen Erfindungsreichtum steht eine lange und nicht
unkritische Auseinandersetzung
mit der Malerei und deren artifiziellen Möglichkeiten. Sie
ist nicht nur eine liebende, sondern auch eine wissende Zauberin. Leander
Kaiser |
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