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Albert Merz wird seit 1988 von der Galerie Ernst Hilger gezeigt
Kataloge und Dokumentation liegen auf.
Albert Merz
1942 geboren in Unterägeri, Schweiz
1972-75 Schule für Gestaltung, Luzern
1980-84 Hochschule der Künste, Berlin
1986 Arbeitsstipendium der Stadt Berlin, Aufenthalt
im Istituto Svizzero, Rom; lebt und arbeitet in Berlin.
Die Stationen der persönlichen Entwicklung von Albert
Merz sind zugleich solche der jüngsten Kunstgeschichte.
Das Luzern seiner Anfänge stand ebenso im Zeichen einer
international beachteten Innerschweizer Innerlichkeit wie
Berlin, wohin er 1980 übersiedelte, mit den Neuen Wilden
zu einem Zentrum der aktuellen Kunstszene wurde.
Jene spezifisch innerschweizerische, oft ein wenig grüblerische
Mentalität, welche mit zeichnerischer Sensibilität
die Tiefen mythischer Vergangenheit wie des eigenen Inneren
erkundet sie kann, menschlich wie künstlerisch,
auch etwas Kleinlich-Beengendes an sich haben. Der Auf- und
Ausbruch aus der Provinz nach Berlin wurde aus dieser Erfahrung
heraus zur befreienden Begegnung mit der spontanen Lebenfreude
der Großstadt ebenso wie mit der unkomplizierten Großzügigkeit
ihrer Malerei. Doch dies bedeutet keineswegs einen Bruch mit
dem Bisherigen.
So sind Elemente seiner Bildwelt die gewöhnlichen
Wesen und Dinge des großstädtischen Alltags ebenso
wie die Zeugnisse von Mythos und Geschichte, deren Nachbarschaft
dann auch jene symbolhafte Vieldeutigkeit verleiht. Und die
oft rätselhaften Geschichten, die mit ihnen erzählt
werden wobei ihre Zeichenhaftigkeit eine solche erzählerische
Haltung noch aktentuiert-, können sich in ihrer zeitlosen
Gegenwärtigkeit ebensosehr im Dschungel der Großstadt
ereignen wie in alten Sagen und Legenden geborgen sein
wobei solche Polaritäten immer wieder zu ihrem eigentlichen
Inhalt werden: das Helle und das Dunkle, die Behausung und
das Unterwegssein, der Mensch und die Natur. Und wenn neben
der Innerschweiz und Berlin noch ein dritter geografischer
Ort in diesem Künstlerleben bedeutsam wird, dann erscheint
von den beiden ersten aus auch die Beziehung zu ihm ambivalent:
Nach Italien führt die Innerschweizer Suche nach den
eigenen mythischen Uranfängen (etwa in der Welt der Etrusker)
ebenso wie die (nord)deutsche Sehnsucht nach dem ganz anderen.
(....aus Vorwort Martin Kraft, Katalog Albert Merz, 89, Berlin.)
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