|
„Life is beautiful“ tituliert
der in Paris lebende gebürtige
deutsche Künstler Peter Klasen seine Ausstellung in der Galerie
Ernst Hilger. Die neuen Arbeiten dieser Serie führen
in Klasens konfrontierende Bilderwelt aus realen und fiktiven Momentaufnahmen.
Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen dabei
auf sehr eigentümliche Art und Weise. Ein unbehagliches Gefühl
bleibt zurück.
Jeanette Zwingenberger schreibt in diesem Zusammenhang
folgendes über
Klasens Arbeiten:
„
Seit den sechziger Jahren zählt Peter Klasen zu den Mitbegründern
der “Figuration Narrative”. In seinen Collagen-Bildern
verarbeitet er die zeitgenössische Medienwelt : Fotografie,
Illustrierte, Film, Werbung und medizinische Fachliteratur. Dabei
konfrontiert er unterschiedlichste Bildstimulationen : Die Sensualität
eines provozierenden Busens mit der Funktionalität eines Netzschalters.
Sexappeal und Schrecken. Weibliche Reize in Opposition zu der Welt
der Technik zeigen eine “Menschheit unter Hochspannung”,
das Schlüsselwort Klasens.
Dieser fordert die Radikalität des Bildes, dabei reduziert
er die Bildkomposition auf wesentliche Elemente, Bildausschnitte,
schematisch und effektvoll. Der Künstler nährt sich von
der Unmittelbarkeit der ihn täglich umgebenden Bilderflut, “meine
Arbeit bezieht sich und reagiert auf das Weltgeschehen”.
Die heterogenen Bildfragmente werden zu Piktogrammen, Reflektionen, über
unsere drastische Gegenwart. Klasen stellt den Betrachter an die
Wand, konfrontiert ihn mit einschlagenden Klischeebildern, die
er auf seiner Leinwand jedoch zum Stillstand bringt wie einen Schmetterling
aufpickt, bei ihm weicht die Nadel jedoch einer realen Schraube
oder einer unruhig aufblitzenden Neonröhre. Seine Bilder appellieren
an Fragen, die jeden von uns beschäftigen. Grundthemen sind
Angst, Konfrontation mit Leiden, Aggressionen und Zerstörung.
Sexuelle Anspielungen sind allgegenwärtig, bewusst denkt er
die Bipolarität von Libido- und Todestrieb. ...“ Biografische
Notiz
1935/55 geboren und aufgewachsen in Lübeck
1956-59 Hochschule der Bildenden Künste Berlin bei Hann Trier
Lebt und arbeitet seit 1959 in Paris
Zahlreiche Ausstellungen in Deutschland und Frankreich,
u.a. 2001 Les années Pop, Centre Georges Pompidou, Paris |

|