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Das Lyrische Informel
"... Das Werk Staudachers ist,..., eingebunden in eine
europäische Entwicklung, die nach der geistigen Unterdrückung
im 1000-jährigen Reich mit seiner Massenideologie einen
künstlerischen Ausdruck der persönlichen Freiheit
und des Individuums suchte. Die Avantgarde, die Abstrakten,
nahmen durchwegs Bezug auf die unterbrochene Kunstentwicklung
der Moderne Anfang des Jahrhunderts. Die Transponierung der
gegenständlichen Welt in eine reine Sinnessprache war
ja grundlegend formuliert und deutete sich schon etwa im Impressionismus,
im Kubismus bis zum Expressionismus an. Die "seelische
Komponente", die Körpersprache und Theatralik der
künstlerischen Aussage war in Österreich bekannterweise
seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur in der bildenden
Kunst besonders groß und ist markiert von Künstlern
wie Kokoschka, Schiele und Gerstl. Heute kann gesagt werden,
daß auch nach dem Krieg diese österreichische Tendenz
in viel höherem Maße als im Ausland Entsprechung
fand, sei es etwa durch die Wiener Aktionisten oder durch
die automatische bzw. Blindmalerei von Arnulf Rainer. Staudacher
fügt seine explosionsartigen Malprozesse hinzu, dabei
fehlt ihm weitgehend die existenzialistische Schwermut vieler
Kollegen. Trotz aller Abstraktion bleibt Staudachers Inspirationsquelle
die Natur. Dabei begreift er diese nicht im herkömmlichen
Sinn, sondern als Prinzip: das erstmals erzeugte Chaos dient
als bewußte Informationsquelle für den weiteren
Handlungsablauf und bietet ein überraschendes Vordringen
mit künstlerischen Mitteln in eine Dimension, die vorher
noch nicht erreicht werden konnte. Natur als rhythmische,
multiple, ständig im Erscheinen wechselnde, schwingende
und reagierende Kraft, an deren Wesen zu ergründen Staudacher,
wie die Arbeiten der letzten Zeit zeigen, mit neuen Ideen,
aber mit ursprünglicher musikalischer Spontaneität
weiterarbeitet. ..." (Dr. Gerwald Sonnberger, Die Kraft
der 50er, in: Hans Staudacher, Wien, 1997)
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