Die Ausstellung zeigt alle Arbeiten der PreisträgerInnen sowie jene, die im Rahmen des
Wettbewerbs für einen Ankauf bestimmt wurden.
Der 31. Österreichische Grafikwettbewerb wurde vom Kulturreferat des Landes Tirol
ausgeschrieben, die Durchführung lag bei der Galerie im Taxispalais.
Die Idee für den Grafikwettbewerb sowie die begleitende Ausstellung stammte von Paul
Flora. Initiiert wurde er im Jahr 1952 durch Ministerialrat Dr. Gottfried Hohenauer als Leiter
der Abteilung für Kunst und Kultur im Amt der Tiroler Landesregierung.
Die anhaltend hohe Zahl der Einsendungen aber auch der zwölf Preisstiftungen belegt den
wichtigen Stellenwert des Wettbewerbs, der über die Jahre hinweg zu einer unentbehrlichen
„Institution“ in der österreichischen Kunstszene geworden ist.
Da die von der Jury ausgewählten Werke in die Sammlung des Landes Tirol übergehen,
kamen durch den Grafikwettbewerb viele hervorragende künstlerische Grafikarbeiten in den
öffentlichen Besitz.
Das Interesse an diesem Wettbewerb war auch heuer wieder sehr groß. 412 Einreichungen
mit jeweils drei Arbeiten wurden am 13. Juli 2009 von einer internationalen Jury begutachtet:
Dr. Markus Heinzelmann, Direktor des Museums Morsbroich, Leverkusen, Susanne Pfeffer,
Kuratorin am KW Institute for Contemporary Art, Berlin und Stella Rollig, Direktorin des
Kunstmuseums Lentos, Linz, wählten die zwölf PreisträgerInnen aus und bestimmten weiters
drei Arbeiten, die aus den zur Verfügung gestellten Ankaufsmitteln des Landes Tirol
(€ 4.500,-) für die Sammlung des Landes Tirol erworben wurden.
Zum Preisstifter dieses begehrten Wettbewerbs zählt mit der höchsten Dotierung das Land
Tirol, gefolgt von der Landeshauptstadt Innsbruck und dem Land Südtirol. Mit abgestuft
niedrigeren Summen sind die Bundeshauptstadt Wien und die Länder Steiermark, Nieder-
und Oberösterreich, Vorarlberg, Kärnten und Burgenland vertreten. Dazu kommen zwei
Sponsoren aus dem Bankenbereich, die Hypo Tirol Bank AG sowie die Raiffeisen-
Landesbank Tirol.
Alle eingereichten Arbeiten wurden am 13. Juli 2009 in einem eintägigen Auswahlverfahren
von der Jury begutachtet.
Die Ausschreibungsbedingungen umfassten folgende Kriterien: Zugelassen waren Werke
aller grafischen Techniken auf Papier unter Einbeziehung der neuen Medien: Zeichnung,
Aquarell, Druckgrafik, Fotokopie, Computergrafik, CD-ROM in Form von Prints. Die
eingereichten Werke mussten nach 2003 entstanden sein. Jede/r Teilnehmer/in war
berechtigt, bis zu drei ungerahmte Arbeiten bis zu einer maximalen Größe von 1,50 x 1,50 m
einzureichen.
Aus dem Protokoll der Jury: „Für die Jury kristallisierte sich schnell heraus, dass aus
aktueller Perspektive die überzeugendsten Arbeiten in besonderer Weise das Medium der
Grafik reflektieren und dessen Bandbreite experimentell ausloten. Die Wahl fiel auf Blätter in
unterschiedlichen Techniken. Sie reichen von (digitaler) Zeichnung, Aquarell, Siebdruck,
Inkjetprints oder übermalten Kopien bis hin zu Duftdrucken und abgelösten Plakaten.
Gemeinsam ist den meisten Arbeiten ein konzeptueller Ansatz, der über das zu Sehende
weit hinausführt und unvermutet (kunst-)historische, soziologische, politische oder
literarische, ja auch taktile, synästhetische Aspekte ins Spiel bringt.“
Das Land Tirol sieht sein langjähriges finanzielles wie auch organisatorisches Engagement
für den Österreichischen Grafikwettbewerb als unverzichtbaren und wichtigen Beitrag zur
zeitgenössischen österreichischen und Südtiroler Kunstszene und dankt an dieser Stelle
nochmals allen anderen Preisstiftern, die zu diesem Wettbewerb beitragen und ihn
ermöglichen.
Die ausgewählten prämierten und angekauften Arbeiten bilden eine große Bereicherung für
die Sammlung des Landes Tirol, in die sie aufgenommen werden. Die somit seit Jahrzehnten
gewachsene Sammlung belegt auf eindrucksvolle Weise die Entwicklung und Veränderung
der grafischen Techniken und Mittel und bildet zugleich auch einen Spiegel für die jeweils
aktuellen künstlerischen Konzepte und Ausdrucksformen.
Weitere Stationen der Ausstellung
Alpen-Adria-Galerie Klagenfurt: 4. – 28. Februar 2010
Südtiroler Kulturinstitut Bozen: 10. – 25. März 2010
Katalog
Hg. Galerie im Taxispalais, 2009, ca. 50 Seiten, ca. 20 Farbabb., € 8,-
Informationen
Dr. Jürgen Tabor, Kurator des Wettbewerbs und der Ausstellung
T +43 512 508 3171
juergen.tabor@tirol.gv.at
PreisträgerInnen und Ankäufe
31. Österreichischer Grafikwettbewerb 2009
Preise
Preis des Landes Tirol € 5.500 Nicole Six und Paul Petritsch
Preis der Landeshauptstadt Innsbruck € 3.700 Klaus Mosettig
Preis des Landes Südtirol € 3.000 Christine Gloggengiesser
Preis der Hypo Tirol Bank AG € 2.200 Tatiana Lecomte
Preis des Landes Oberösterreich € 2.190 Monika Pichler
Preis der Bundeshauptstadt Wien € 2.000 Gregor Neuerer
Preis des Landes Steiermark € 2.000 Hannes Zebedin
Preis des Landes Niederösterreich € 1.900 Herbert Hinteregger
Preis des Landes Vorarlberg € 1.820 Michael Ziegler
Preis des Landes Kärnten € 1.100 Heribert Friedl
Preis des Landes Burgenland € 1.090 Annelies Oberdanner
Preis der Raiffeisen-Landesbank Tirol € 1.000 Iris Andraschek
Ankäufe
Land Tirol € 4.500 Ralo Mayer
Wilhelm Scherübl
Peter Senoner
Protokoll der Jury
31. Österreichischer Grafikwettbewerb Innsbruck 2009
Am 31. Österreichischen Grafikwettbewerb 2009 nahmen 412 Künstlerinnen und Künstler
teil. Die Jurysitzung fand am 13. Juli 2009 statt, wobei in zwei Wahlgängen die Auswahl für
die ausgeschriebenen Preise und die Ankäufe erfolgte. Es wurden zwölf Preise vergeben
und drei Arbeiten für Ankäufe ausgewählt.
Für die Jury kristallisierte sich schnell heraus, dass aus aktueller Perspektive die
überzeugendsten Arbeiten, die dann auch prämiert wurden, in besonderer Weise das
Medium der Grafik reflektieren und dessen Bandbreite experimentell ausloten. Die Wahl fiel
auf Blätter in unterschiedlichen Techniken. Sie reichen von (digitaler) Zeichnung, Aquarell,
Siebdruck, Inkjetprints oder übermalten Kopien bis hin zu Duftdrucken und abgelösten
Plakaten. Gemeinsam ist den meisten Arbeiten ein konzeptueller Ansatz, der über das zu
Sehende weit hinausführt und unvermutet (kunst-)historische, soziologische, politische oder
literarische, ja auch taktile, synästhetische Aspekte ins Spiel bringt.
Der Preis des Landes Tirol ging an Nicole Six und Paul Petritsch für ihre aus drei digitalen
Zeichnungen bestehende Serie „Ohne Titel (Südpol)“ (2007). Die Zeichnungen halten die
individuelle Reiseroute der Polarfahrer Ernest Henry Shackleton, Roald Amundsen und
Robert Falcon Scott fest. Mit einem minimalen Einsatz grafischer Mittel folgt das Künstlerduo
der Spur dieser ersten Antarktisforscher und eröffnet zugleich die eindringliche Assoziation
einer weißen Polarlandschaft.
Obwohl der traditionsreiche Österreichische Grafikwettbewerb zu den attraktivsten
künstlerischen Wettbewerben in Österreich zählt, hat sich dieses Jahr erstmals seit 1952 der
Bund sowohl mit seinem Hauptpreis als auch mit seinen Ankaufsmitteln zurückgezogen, was
wir sehr bedauern. Denn gerne hätten wir noch weitere Künstlerinnen und Künstler
ausgezeichnet. Ein Fördermodell wie der Österreichische Grafikwettbewerb bietet vor allem
auch jungen Künstlerinnen und Künstlern eine erste öffentliche Plattform. Zieht sich der
Bund zurück, so scheint uns dies ein alarmierendes Signal für die Zukunft der
österreichischen Kunstförderung zu sein.
Außerdem spricht sich die Jury angesichts der seit Jahren gleich gebliebenen Dotierung der
einzelnen Kunstpreise für eine Erhöhung der Preise aus, um die Qualität dieses
renommierten Grafikwettbewerbes zu gewährleisten.
Die Jury bedankt sich vielmals bei Dr. Beate Ermacora für die Einladung und bei Dr. Jürgen
Tabor für die äußerst präzis organisierte Jurysitzung, die bei so vielen Einsendungen kein
leichtes Unterfangen war. Außerdem danken wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Galerie im Taxispalais, die stets den Überblick behielten über die Logistik der
Wettbewerbsabwicklung.
Den Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten prämiert oder angekauft wurden,
gratulieren wir herzlich und freuen uns mit ihnen.
Dr. Markus Heinzelmann, Direktor Museum Morsbroich, Leverkusen
Susanne Pfeffer, Kuratorin KW Institute for Contemporary Art, Berlin
Stella Rollig, Direktorin Kunstmuseum Lentos, Linz |