Martin Walde ist ein im umfassenden Sinn medial konzipierender Künstler, dem es darum geht, Prozesse in Gang zu setzen, und zwar sowohl in Bezug auf das Material und die Form als auch in Bezug auf unser Handeln, unsere Erfahrungen und unser Denken. Walde ist ständig einer Phänomenologie der Veränderung auf der Spur, die er in ganz alltäglichen Situationen sucht, wie z. B. im öffentlichen Raum einer Stadt. Er inszeniert die Veränderung auch innerhalb der strukturellen Beschaffenheit des Kunstwerks selbst, dessen Material sich dann wie in einer Versuchsanordnung chemisch oder physikalisch transformieren kann, aber ebenso dadurch, dass er die Menschen in vielfältiger Weise in das Kunstwerk mit einbezieht und diese – manchmal auch in Form von Handlungsanweisungen – zu einem interaktiven Teil des künstlerischen Szenarios werden lässt.