Ausstellungsliste nach Galerien
 Ausstellungsliste nach Künstlern

figure & landscape

Sissi Farassat, Geraldine Blazejovsky, Florian Leibetseder, Franz Gruber


Galerie am Karmelitermarkt
 20.11. - 31.12.2009

Vernissage: am Donnerstag, 19. November 2009, von 19:00 bis 22:00 Uhr
zur Eröffnung spricht Mag. Alexandra Matzner



Die Galerie am Karmelitermarkt zeigt vom 20. November bis 31. Dezember 2009 eine Gruppenausstellung unter dem Titel „figure & landscape“. Florian Leibetseder, Geraldine Blazejovsky, Sissi Farassat und Franz Gruber interessieren sich für den Menschen – mal vereinsamt, mal in Gruppen. Landschaften fungieren für sie in den Bildern als Stimmungsträger; die Figuren und ihre „Hintergründe“ verschmelzen zu einem Gesamteindruck. Wie bei einem Filmstill wird das Vorher und Nachher der erzählten Geschichten oft nicht deutlich. Es entsteht der Eindruck von flüchtigen Momentaufnahmen, die den Betrachter zu Assoziationen und Phantasien anregen. Diese Ausschnitthaftigkeit der Szenen und das Zurückziehen der in sich geschlossenen Persönlichkeiten in die Intimität ihrer eigenen Welt verbindet bei aller Unterschiedlichkeit der künstlerischen Herangehensweisen die Bilder der vier Wiener Künstler.

Sissi Farassat (* 1968) bestickt ihre Fotos mit glitzernden Perlen und Pailetten. Die inszenierten Porträts erhalten durch den ornamentalen Schmuck ein, in den Realraum ausgreifendes, lichtbrechendes Moment, das durch sein Funkeln nicht nur auf sich aufmerksam macht, sondern auch in interessanter Beziehung zu dem Dargestellten steht.

Geraldine Blazejovsky (* 1972) beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Wirkung von Sehen und Gesehen werden. Im klassischen Porträt blicken die Dargestellten unvermindert aus dem Bild und reagieren scheinbar auf den Betrachter, treten mit ihm in einen Dialog, sind sich des Betrachtetwerdens bewusst. Im Gegensatz dazu vermitteln ihre paradiesischen Landschaften den Eindruck, als wäre der Betrachter ein zufälliger Passant. Man wird unversehens zum Voyeur idyllischer Szenen in der Natur.

Florian Leibetseder (* 1960) steigert die stillen Szenen und Momentaufnahmen des Alltags oftmals ins Absurde, indem er skurrile Kombinationen von Figuren in ihrem Umfeld vorstellt. In der Serie „Die Stadt der Toten“ entwickelt er die Geschichte einer Frau, deren Beziehung zu dem sie umgebenden Friedhof zu einem Sinnbild menschlicher Vergänglichkeit wird.

Franz Gruber (* 1978) interessiert sich in zurückhaltender, nahezu grissaillehafter Malerei mal für die anonyme, gesichtslose Masse und mal für vereinzelte Personen. Bestimmend für seine Bilder sind der subtile Umgang mit Licht und Schatten, wie auch das zunehmende Verschwinden der Farbigkeit. In seinen jüngsten Arbeiten verbindet er dadurch die Figuren immer kompromissloser miteinander und auch mit ihrer Umgebung, sodass diese zu einer amorphen Menge von friedlich miteinander agierender Nicht-Individuen wird.