
Die Galerie am Karmelitermarkt zeigt vom 20. November bis 31. Dezember 2009 eine Gruppenausstellung unter dem Titel „figure & landscape“. Florian Leibetseder, Geraldine Blazejovsky, Sissi Farassat
und Franz Gruber interessieren sich für den Menschen – mal vereinsamt, mal in Gruppen. Landschaften
fungieren für sie in den Bildern als Stimmungsträger; die Figuren und ihre „Hintergründe“ verschmelzen zu einem Gesamteindruck. Wie bei einem Filmstill wird das Vorher und Nachher der erzählten
Geschichten oft nicht deutlich. Es entsteht der Eindruck von flüchtigen Momentaufnahmen, die den
Betrachter zu Assoziationen und Phantasien anregen. Diese Ausschnitthaftigkeit der Szenen und das
Zurückziehen der in sich geschlossenen Persönlichkeiten in die Intimität ihrer eigenen Welt verbindet
bei aller Unterschiedlichkeit der künstlerischen Herangehensweisen die Bilder der vier Wiener Künstler.
Sissi Farassat (* 1968) bestickt ihre Fotos mit
glitzernden Perlen und Pailetten. Die inszenierten
Porträts erhalten durch den ornamentalen Schmuck
ein, in den Realraum ausgreifendes, lichtbrechendes
Moment, das durch sein Funkeln nicht nur auf sich
aufmerksam macht, sondern auch in interessanter
Beziehung zu dem Dargestellten steht.
Geraldine Blazejovsky (* 1972) beschäftigt sich mit der unterschiedlichen Wirkung von Sehen und
Gesehen werden. Im klassischen Porträt blicken
die Dargestellten unvermindert aus dem Bild und
reagieren scheinbar auf den Betrachter, treten mit
ihm in einen Dialog, sind sich des Betrachtetwerdens
bewusst. Im Gegensatz dazu vermitteln ihre paradiesischen Landschaften den Eindruck, als wäre der Betrachter ein zufälliger Passant. Man wird unversehens zum Voyeur idyllischer Szenen in der Natur.
Florian Leibetseder (* 1960) steigert die stillen
Szenen und Momentaufnahmen des Alltags oftmals ins
Absurde, indem er skurrile Kombinationen von Figuren
in ihrem Umfeld vorstellt. In der Serie „Die Stadt der
Toten“ entwickelt er die Geschichte einer Frau, deren
Beziehung zu dem sie umgebenden Friedhof zu einem
Sinnbild menschlicher Vergänglichkeit wird.
Franz Gruber (* 1978) interessiert sich in zurückhaltender, nahezu grissaillehafter Malerei mal für die
anonyme, gesichtslose Masse und mal für vereinzelte
Personen. Bestimmend für seine Bilder sind der subtile
Umgang mit Licht und Schatten, wie auch das zunehmende Verschwinden der Farbigkeit. In seinen jüngsten
Arbeiten verbindet er dadurch die Figuren immer kompromissloser miteinander und auch mit ihrer Umgebung,
sodass diese zu einer amorphen Menge von friedlich
miteinander agierender Nicht-Individuen wird. |